Chiropraktik für Pferde

Was ist Chiropraktik?

Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode, die bei vielen Gesundheits- und Rittigkeitsproblemen des Pferdes eingesetzt werden kann. Im Mittelpunkt der chiropraktischen Behandlung steht die Wirbelsäule. An den etwa 52 Wirbeln und etwa 200 Gelenken der Wirbelsäule des Pferdes kann es zu funktionellen Fehlstellungen der Wirbel bzw. Blockaden der Gelenke kommen. Das führt zu Bewegungseinschränkungen der Wirbel, die Flexibilität der Wirbelsäule wird vermindert, Muskelverspannungen, Steifheit und verminderte Leistungsfähigkeit können die Folge sein. Aus dem Wirbelkanal austretende Nerven können durch die Bewegungseinschränkung eine Funktionsstörung aufweisen, es kommt zu einer Beeinträchtigung der Reiz- bzw. Informationsleitung, die für Koordination der Körperfunktionen im Bewegungsapparat, aber auch für die reibungslose Funktion innerer Organe notwendig sind.
 
 Wird eine Blockade diagnostiziert, so wird der chiropraktisch arbeitende Tierarzt versuchen, die funktionelle Fehlstellung der Wirbel zu korrigieren und die Beweglichkeit der Wirbelgelenke wieder herzustellen.
Die Korrektur erfolgt durch einen kurzen, mit hoher Geschwindigkeit und beiden Händen direkt am betroffenen Wirbel ausgeführten Ruck. Diese Manipulation ist sehr spezifisch, die betroffenen Gelenke werden hierbei mobilisiert ohne anatomische Grenzen zu überschreiten. Obwohl Pferde große Tiere sind und dicke Muskelstränge über der Wirbelsäule liegen sind die Wirbelgelenke sehr beweglich und mit der richtigen Technik relativ einfach und mit geringem Kraftaufwand ohne ein Überdehnen des Bandapparates zu manipulieren.

Ein „Einrenken" der Wirbel durch Ziehen an Schweif oder Beinen ist unspezifisch und nicht auf betroffene Wirbel abgestimmt. Diese Methodik ist völlig unnötig und u.U. sogar gefährlich, da es zu einer Überdehnung der Bänder und Gelenke kommen kann. Ein gezieltes Vorgehen ist daher sehr wichtig und es sollte zugunsten sicherer Methoden auf unspezifische Techniken verzichtet werden.

Wie oft soll eine chiropraktische behandlung durchgeführt werden?

Diese Frage muß für jeden Patienten individuell beantwortet werden. In den meisten Fällen reicht eine einmalige Behandlung nicht aus um das Problem zu beseitigen. Ziel einer chiropraktischen Behandlung ist es, Funktionsstörungen der Wirbelsäule zu beseitigen und deren vollständige Mobilität wieder herzustellen. Es muß gegebenenfalls mehrfach behandelt werden bis der Körper die neue Lage der Wirbelsäule akzeptiert und Muskeln und Bänder ihre Halte- und Stützfunktion wieder korrekt ausführen können.
Bei vielen Pferden zeigt sich nach ein bis vier Behandlungen eine deutliche Verbesserung. Pferde mit akuten Problemen sprechen im Allgemeinen schneller auf die Behandlung an als Tiere mit chronischen Problemen.

 

 

Woran erkennt man Rückenprobleme?

Rückenprobleme bzw. Rückenschmerzen durch Blockaden können sich durch viele Symptome äußern.

  • reduzierte Leistungsfähigkeit
  • Schnappen und Anlegen der Ohren beim Satteln
  • Widersetzlichkeit unter dem Reiter
  • Hochreißen des Kopfes und Wegdrücken des Rückens beim Reiten
  • Schwierigkeiten bei der Versammlung u./o. bei Seitengängen
  • Ungehorsam beim Springen
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Taktfehler
  • Steifheit in Biegung und Stellung
  • Muskelatrophie
  • Tellern oder Schnüren
  • Verkürzte Tritte mit einem oder mehreren Beinen
  • Schwierigkeiten sich vorwärts abwärts zu strecken
  • Schwierigkeiten das Pferd durchs Genick zu stellen
  • Lahmheiten
  • Rücken schwingt nicht

Ist durch Blockaden die Beeinträchtigung von Nervenbahnen und damit der Informationsweiterleitung gegeben, so kann es , wenn die Innervation der Haut, bestimmter Blutgefäße oder Drüsen gestört ist, auch zu

  • ungewöhnlichem Juckreiz an der Schweifrübe oder anderen Körperstellen kommen
  • vermehrter Hitze- und Kälteempfindlichkeit
  • unsymmetrischem Schwitzen
  • Fruchtbarkeitsstörungen
  • Störungen bei Harn oder Kotabsatz

kommen.

Diese Symptomenliste ist sicher nicht vollständig, zeigt aber welch vielfältige Auswirkungen Blockaden haben können.
die häufigsten Ursachen für Blockaden

  • Trauma (Sturz, Ausrutschen, Festliegen)
  • Narkose
  • Lange Transporte mit ungefederten Hängern, rücksichtslose Fahrweise
  • Geburtsprobleme
  • Leistung
  • nicht passender Sattel
  • schlechter Beschlag
  • Sitzprobleme des Reiters (schiefer Sitz)
  • Alter (Spätfolgen der Traumata denen die Wirbelsäule im Laufe des Lebens ausgesetzt war)
  • Bewegungsmangel ( zu wenig freie Bewegung nimmt den Pferden die Möglichkeit Verspannungen durch Wälzen und Buckeln zu lösen) 

 Einsatzmöglichkeiten der Chiropraktik

  • chronische Probleme des Haltungs- und Bewegungsapparates
  • akute Probleme z.B. Verspannungen oder Steifheit
  • prophylaktische Behandlung zur Erhaltung der Gesundheit, auch bei alten Pferden
  • Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Athleten Pferd
  • begleitende Behandlung bei chronischen Lahmheiten, z.B. Spat, Hufrollenentzündung...
 

Bei sachgemäßer Durchführung kann die chiropraktische Behandlung eine effektive Vorsorge zur Gesunderhaltung Ihres Pferdes sein und eine Steigerung seiner Lebensqualität bewirken.

Chiropraktik behandelt die Ursachen der Rückenprobleme, stellt
Gelenkbeweglichkeit oder gestörte Wirbelsäulenstatik wieder her
und ermöglicht so dem Pferd sein volles Leistungsspektrum zu nutzen.